Das ist ein Wetter nach meinem Geschmack: In der vergangenen Nacht hatte es leicht gefroren, am heutigen Morgen habe ich erstmals in diesem Winter den Eiskratzer fürs Auto benutzt, und als sich dann der Morgennebel verzogen hatte, sorgte die Wintersonne am strahlend blauen Himmel für die perfekte Winterstimmung. Ideal, um Spaziergänge zu machen und selbst die Einkaufsfahrt mit dem Rad war höchst angenehm.

Beim Thema Essen ist dies die ideale Zeit für Wintersuppen. Ob eher deftig mit Fleisch oder Wurst oder lieber leicht und mediterran angehaucht: Wintersuppen sind richtig lecker, sie machen satt, wärmen wunderbar von innen und liefern die Vitamine, die unser Körper gerade im Winter braucht. Einige Wintersuppenrezepte will ich euch vorstellen, doch vorab ein paar Grundregeln:

In die Suppe gehört das, was gerade Saison hat.

Exotische Lebensmittel braucht es nicht und ich mag mitten im Winter auch keinen frischen Spargel, der per Luftfracht zu uns kommt. Klassisch sind jetzt bei uns:  Kohlsorten wie Weißkohl, Wirsing, Rosenkohl und Grünkohl. Frisch verarbeitet liefern die jede Menge Vitamine und Mineralstoffe. Außerdem Rüben, als da wären: Möhren, Steckrüben, Knollensellerie, Pastinaken oder Petersilienwurzel. Sie sorgen in unserer Wintersuppe für die richtige Würze und den Biss. Als Basis für die Suppe verwende ich Kartoffeln, Porree und natürlich Zwiebeln.

Verwende vom Gemüse so viel wie möglich

Zugegeben, früher habe ich meine Möhren immer noch brav geschält und damit eine Menge Vitamine weggeworfen. Heute habe ich eine Gemüsebürste, reinige mein Gemüse damit, die Schale bleibt dran. Das geht schneller und schont die Inhaltsstoffe. Früher habe ich beim Broccoli auch immer nur die Röschen verwendet, der Strunk kam in den Bioabfall. Heute schäle ich den Strunk beim Broccoli, aber auch beim Blumenkohl, schneide ihn in kleine Würfel und schmore die mit.

Alles kommt frisch in den Topf

Wenn ich heute Suppe koche, steht der gusseiserne Topf auf dem Herd, darin schmore ich nach und nach das Gemüse an. Zuerst die harten Sorten, wie Möhren oder Kartoffeln, danach die zarten Sorten. Mit etwas Wasser ablöschen und sanft mit geschlossenem Deckel dünsten. Ganz wichtig: Nicht zu lange, denn das Gemüse soll auch in der Suppe noch bissfest sein.

Beim Abschmecken kannst du deine Fantasie ausleben

In eine Suppe gehört grundsätzlich Salziges, Saures und Süßes. Dazu Gewürze ganz nach dem eigenen Geschmack. Hier solltest du Mut zum Experimentieren haben. Immer wieder zwischendurch abschmecken, dann kann nicht viel schief gehen. Gute Erfahrungen habe ich mit arabischen Gewürzmischungen gemacht. In eine leichte Gemüsesuppe gebe ich aber auch häufig etwas Orangensaft, der gibt der Suppe eine frische Note. Sei mutig, nur so zauberst du Neues!

Und hier kommen zwei Beispiele für schmackhafte Wintersuppen:

Fixe Grünkohl-Minestrone

Für vier Personen brauchst du:

  • 2  Zwiebeln 
  • 3  Knoblauchzehen 
  • 4  Möhren 
  • 2  Pastinaken 
  • 5 EL Olivenöl 
  • 1 Pck. (à 500 ml) passierte Tomaten 
  • 1 EL Gemüsebrühe (instant) 
  • 1 Dose(n) (à 425 ml) weiße Bohnen 
  • 1  Zucchini 
  • 300 g geputzter Grünkohl 
  • Salz, Pfeffer 

Zwiebeln und Knoblauch schälen, hacken. Möhren und Pastinaken schälen, waschen und klein schneiden.

Die vorbereiteten Zutaten im heißen Öl andünsten. Passierte Tomaten, 1 1⁄2 l Wasser und Brühe zufügen und aufkochen. Zugedeckt 10–12 Minuten köcheln.

Inzwischen Bohnen abspülen und abtropfen lassen. Zucchini putzen, waschen und würfeln. Kohl gut waschen und in Streifen schneiden. Bohnen, Zucchini und Kohl ca. 5 Minuten vor Ende der Garzeit zugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Cremige Rosenkohl-Bohnen-Suppe

Dafür brauchst du 250 getrocknete weiße Bohnen, 1 Lorbeerblatt, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 350 g Rosenkohl, 2 EL Rapsöl, 800 ml Gemüsebrühe, 100 g braune Champignons, 1 EL Sojasauce, 100 ml Schlagsahne, 1TL Kurkumapulver, 1 EL mittelscharfer Senf, Salz und Pfeffer aus der Mühle, 4 EL Schnittlauchröllchen 4 Scheiben Vollkornbrot

Zur Zubereitung:

Die Bohnen über Nacht in Wasser einweichen. Am nächsten Tag abgießen und in einem Topf erneut mit Wasser bedeckt und mit dem Lorbeerblatt etwa 45 Minuten garkochen.

Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und würfeln. Den Rosenkohl putzen, vier Stück halbieren und zur Seite legen, den Rest vierteln. Zusammen mit Zwiebel und Knoblauch in 1 EL heißem Öl in einem Topf farblos andünsten. Die Brühe angießen und aufkochen lassen. Die Bohnen abgießen und etwa 1/4 davon als Einlage beiseitestellen. Den Rest mit in die Suppe geben und etwa 15 Minuten köcheln lassen.

Die Pilze putzen und vierteln. Zusammen mit dem halbierten Rosenkohl im übrigen Öl in einer Pfanne 3–4 Minuten braun anbraten. Mit der Sojasauce beträufeln, Hitze reduzieren und 5–8 Minuten weiter dünsten.

Die Sahne, Kurkuma und den Senf zur Suppe geben und fein pürieren. Nach Bedarf noch etwas einköcheln lassen oder Brühe ergänzen. Die übrigen Bohnen darin heiß werden lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Suppe auf Suppenteller verteilen und mit dem gebratenen Gemüse und Schnittlauch bestreut servieren.

Dies sind nur zwei Anregungen. Beim Stöbern im Netz findest du viele, viele weitere. Und denk dran: Koch ruhig etwas mehr Suppe, denn die schmeckt am Tag drauf meist noch viel besser!


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